[orbanic] steht für die Forschung an der Entwicklung der Stadt. Diese Forschung beinhaltet einerseits die Untersuchung historischer Zusammenhänge bei der Entwicklung der Stadt und andererseits die Deutung ihrer Erscheinungsformen. Sie versucht die Stadt als Organisationsform zu lesen und die Bedingungen ihrer Möglichkeiten im historischen Kontext zu definieren. Die Wissensgebiete, die vornehmlich zu diesem Thema Aussagen treffen sind auf der einen Seite Soziologie, Anthropologie, Philosophie, Physik, Politik und auf der anderen (praktischen) Seite die Ingenieurwissenschaften in Form von Städtebau und Architektur sowie in Form von Technologie. In dieser zwei- bzw. dreiseitigen Darstellung des Wissens um die Stadt bildet sich auch eine Kluft ab, die es gilt zu schließen. Man könnte sie auch als Differenz zwischen Theorie und Praxis bezeichenen, gäbe es denn eine gehaltvolle Theorie zur Stadt. Es gibt wahrlich eine Praxis des Städtebaus, aber es ist nicht gelungen eine Wissenschaft der Stadt zu begründen. Wohl treffen alle Disziplinen, wenn auch nur marginal Aussagen zu der Organisationsform der Stadt, dennoch sind sie alle an ihrer Entstehung beteiligt und daher bei der Erforschung der Stadt sehr hilfreiche Mittel.
- ist die Lehre von Siedlungs- (Stadt)formen ein interdisziplinäres Forschungsprogramm, welches vor allem Disziplinen aufruft, die sich mit Organisationsformen beschäftigt. Die Wortschöpfung ist beeinflusst von der Synergetik als einen Teil der Komplexitätstheorie, die sich mit unbelebten Strukturen befasst, die man als an der Grenze zum Leben (organic) befindlich, beschreiben kann. Sie beinhaltet das Wort Urbanität (urban), das Schlüsselwort für städtisches Zusammenleben. Und es lässt sich das Wort Orbit (orbit) ablesen, das den Übergang der lokalen (begrenzten) Städte zu einer global city, zu einem Globus umspannenden Kreis (lat. orbi, Stadtkreis) oder besser Netz der Städte, markieren soll. Damit sei ein gedanklicher Bearbeitungsrahmen vorgegeben, den inhaltlich zu füllen sich die orbanic vornimmt.
- bezeichnet allgemein die Struktur menschlicher Siedlungsform, begriffen als Organisationsform und ausgehend von der aktuellen Stadt, die alle Formen von Siedlungsweisen anthropologischer Gemeinschaften subsumiert und versucht Entwicklungen dieser zu antizipieren, um Aussagen über die Bedingungen der Möglichkeiten von Stadtplanung treffen zu können.

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