Dem redlichen Leser!
Ihm sei zuletzt mein Dank übermittelt für seine ausdauernde Neugier. Sicherlich vermisst der wahrlich Akribische eine Aussage über den weiteren Verbleib des Helden. Nur soviel lässt sich sagen: Man beschuldigte ihn vielerorts des Todes seines Freundes. Man warf ihm Arglist und Überheblichkeit vor, diagnostizierte ausgeprägt egoistische Persönlichkeit, pathologische Selbstbezüglichkeit, egomanischen Individualismus. Dies und vieles mehr trugen seine Gegner, von denen die wenigsten ihn zu Lebzeiten zu Gesicht bekommen hatten, gegen ihn ins Feld. Für sein vermeintlich arrogantes Verhalten musste er in seiner Abwesenheit so manche Schläge einstecken. Allerdings glänzen, wie bekannt, ja gerade bei Abwesenheit diejenigen durch üble Nachrede, die ansonsten den Kienspan im Maul feilhalten. Na ja, und seine Jünger, das versteht sich von selbst, die hoffen noch heute auf ein wiedersehen. Einige behaupteten steif und fest, er sei seinen Verfolgern ins Netz gegangen und hingerichtet worden, wohl um ihn endgültig zum Märtyrer machen zu können. Die etwas bodenständigeren Gemüter vermuteten er habe wahrscheinlich tatsächlich dem Geruch des rohen Schinkens nicht widerstehen können und sei unentdeckt zurückgekehrt, in jene Stadt, die sein letztes Ziel gewesen sein soll; was ich allerdings für äußerst unwahrscheinlich halte, wenn auch nicht für unmöglich. Glauben schenken darf man am ehesten der dritten Annahme, dass er, der Philosophenkönig, nie wieder gesehen worden war, unter den Menschen.Leider lieber Leser versiegte an dieser Stelle die glaubwürdigste aller Quellen. Ich bedaure selbst am meisten, dass dem aufrichtigen Finder des Reliefsteines, aber umso unmäßigeren Fresser, der einerseits die Verwendung des gemeißelten Unfugs als Baumaterial verschuldete, was ihm bei der Aussicht auf freie Kost und Logis auf Lebenszeit nicht zu verdenken sei, dem andrerseits wir übergebührlich die Übermittlung der Ereignisse bis hierher danken müssen, während seiner Verköstigung ziemlich schnell die Luft ausging und wenige Augenblicke später sein Verstand flöten. Aus diesem Grunde hielten sich die Kosten für seinen Unterhalt zwar in Maßen, doch leider war alles Weitere, was er von sich gab, mit Recht nur noch als sinnlos bezeichnet worden und nicht weiter für Wert befunden es aufzuzeichnen. Schade: Es kommt nicht mehr! Und es bleibt uns nichts, als zu schließen!
Conclusio!*
*"Die Erlösung liegt wie immer jenseits der Geschichte", wie ein mehr oder weniger berühmter Mann einmal sagte. (Soweit sich der mittlerweile sehr mitgenommene und stark ergraute Autor noch zu erinnern vermag.)