ZITATE IV
42
"Wie schwer ist es, den richtigen Ton zu finden, wenn man Kindern was erzählen will. Es ist immer dann das rechte, wenn auch Erwachsene gern zuhören." Walter Kempowski, Sirius
 
41
"Wo Gründe für Lebensfragen überhaupt ins Bewusstsein treten, da ist das Leben schon fragwürdig geworden." (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, S.680)
 
40
"Das Originale ist zumeist identisch mit dem Elementaren und dieses mit dem Einfachen." (Oskar Schlemmer, Tagebuch April 1926)
 
39
"Ich bin alt genug, um mich auch in der Wüste gut zu amüsieren. Letztlich suchen wir nicht ein bestimmtes Land oder eine bestimmte Stadt, in der wir leben wollen, sondern lediglich einen bewohnbaren Ort." (Guillermo J. Fadanelli, in: SZ v.20.09.07)
 
38
"Begabung ersetzt das Genie und später Ästhetik die Begabung." (Nikos Kazantzakis, Im Zauber der griechischen Landschaft)
 
37
"Alles deutet darauf hin, dass Archivare und Archivisten die Nachfolge der Humanisten angetreten haben." (Peter Sloterdijk, Regeln für den Menschenpark)
 
36
"An anderen Orten … mag eine Ausstellung sich nötig machen, bei uns ist sie es nicht. Unser ganzes Wesen und Sein ist Ausstellung." (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre, 2.Buch, Der Mann von fünfzig Jahren)
 
35
"Ob wir konsensfähig denken, ist eine Frage der Karriere. Ob wir verrückt denken, ist eine Frage der Philosophie." (Hans Saner, Die Anarchie der Stille)
 
34
"… wir sind im Besitz der Mittel, aber ohne Idee." (Oskar Schlemmer, Tagebuch Nov. 1921)
 
33
"Ein gewisses unartikuliertes Selbstbewusstsein west verschwommen in uns; allein unsere Werke verleihen ihm Struktur und entscheidende Deutlichkeit." (Thomas Carlyle, Sartor Resartus)
 
32
"Wo jetzund Städte stehen, wird eine Wiese sein, auf der ein Schäferskind wird spielen mit der Herde." (Andreas Gryphius, Es ist alles eitel)
 
31
"Es geschieht nichts zwangsläufig, wo eine Bereitschaft besteht, wachsam zu sein." (Marshall McLuhan, The Global Village, S.35)
 
30
"Weil ich nichts Bestimmtes bin, kann ich über mich hinausdenken." (Peter Handke, Das Gewicht der Welt)
 
29
"Wer nicht die Kraft, die Macht hat, die Dinge wegzuschieben - zu ignorieren -, bis ihn etwa ein einzelnes unter ihnen geradezu mit physischen Klammern packt; ich betone das "physisch" -, der, ach, er kommt nicht zur Kunst." (Ludwig Hohl, Die Notizen XII)
 
28
"Ich war eine Zeitlang betört von dem Ideal, dass der Besitz ungemessener Energie zu einer neuen Muße-Gesellschaft auf Erden führen kann, indem der Mensch sich vielleicht seinen eigentlichen und höchsten und besten Interessen widmen kann." (Hans Jonas, Die Evolution des Lebens)
 
27
"Eine Hand ist nur ein Spachtel mit fünf Zylindern daran." (Alberto Giacometti, gelesen in: James Lord, Alberto Giacometti-Ein Portrait )
 
26
"Die Kultur beginnt in dem Augenblick, da das Spiel beginnt." (Nikos Kazantzakis, Im Zauber der griechischen Landschaft)
 
25
"Klar ist, dass man den Menschen nicht mehr braucht. Die Frage ist nur, wie pietätvoll man ihn los wird." (Dieter Hildebrandt, Fernsehinterview)
 
24
"Es gibt Völker, da gelten Kinder dann als erwachsen, wenn sie Possen reißen." (Jaques Nichet, In einem Interview mit Dario Fo in Mailand 2007)
 
22/23
"Warum sollten die Fundamente der Poesie, der Literatur nicht linguistisch tiefer gelegt werden können? - Man weiß es doch mindestens seit Pascal, Descartes und Leibniz: je tiefer die Rationalität, desto feiner die Sensibilität." (Max Bense, Engagement und Experiment)
 
21
"Wenn es das poetische Denken gäbe und die denkende Poesie - das wäre das Paradies." (Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon, S.385f)
 
20
"Irgendwie ist es schon fast traurig, dass solche Ideen ausgestorben sind. So Ideen wie das Christentum oder - ja sicher, auch der Kommunismus!" (Gerhard Polt, Circus Maximus)
 
19
"Und wie alle großen Verfluchten werde ich immer fühlen, dass denken mehr wert ist als leben." (Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe, S.204)
 
18
"Mir genügt es, mich im Licht eines günstigen Glücks auf seine Ungnade gefasst zu machen und mir in meinem Wohlbehagen die künftigen Widerwärtigkeiten auszumalen." (Michel de Montaigne, Von der Einsamkeit)
 
17
"Der Untergang oder die Verschrottung unserer alten visuell orientierten Kultur, die bei den Oligarchen des neunzehnten Jahrhunderts so beliebt war, versetzt uns alle in denselben archetypischen Pfuhl, indem sie ein nostalgisches Gefühl für frühere, gesicherte Zustände hervorruft." (Marshall McLuhan, The Global Village, S.40)
 
16
"Wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen." (Albert Camus, Der Mythos des Sisyphos)
 
15
"Ehe sie am Himmel des Aristoteles etwas ändern lassen, leugnen sie dreist, was sie am Himmel der Natur erblicken." (Galileo Galilei)
 
14
"Die Zivilisation besteht darin, Dinge falsch zu benennen und anschließend über das Ergebnis nachzusinnen." (Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe, S.77)
 
13
"Manchmal muss man schon den Verstand verlieren, um zu begreifen, dass das Gegenteil einer tiefen Wahrheit wieder eine tiefe Wahrheit sein kann." (George O´Darkney, Der Pfarrer in: Jörg Graser, Die Blinden von Kilcrobally)
 
12
"Wer erinnert, hat (...) nicht mit der Welt zu tun, sondern nur mit sich selbst und den Bedingungen seines eigenen Seins;" (Elena Esposito, Soziales Vergessen)
 
11
"Man kann zwar nicht sehen, was man nicht sieht, aber vielleicht kann man wenigstens sehen, dass man nicht sieht, was man nicht sieht." (Luhmann, Niklas, Beobachtungen der Moderne, S. 84)
 
10
"Das Ratgeben ist sozusagen die oberste Pflicht der Frommen." (Neil Postman, Das Verschwinden der Kindheit, S.128)
 
09
"Es gibt keine Grenzen zwischen den Disziplinen, die der Mensch wählt, um zu verstehen und zu lieben. Sie durchdringen sich gegenseitig, und dieselbe Angst lässt sie miteinander verschmelzen." (Albert Camus, Der Mythos des Sisyphos)
 
08
"die Kunst; sie allein vermag jene Ekelgedanken über das Entsetzliche oder Absurde des Daseins in Vorstellungen umzubiegen, mit denen sich leben lässt: diese sind das Erhabene als die künstlerische Bändigung des Entsetzlichen und das Komische als die künstlerische Entladung vom Ekel des Absurden." (Nietzsche, Die Geburt der Tragödie)
 
07
"Was immer sie (die Vorfahren) nämlich als möglich gedacht, was allem sie vorgearbeitet haben mögen, wir sind jedenfalls auf ganz anderen Wegen, und die Verbindungen von uns zu ihnen werden immer dünner." (Christian Meier, Das Verschwinden der Gegenwart, S.23)
 
06
"Pflanzt in der Mitte eines freien Platzes einen blumenbekränzten Pfahl, ruft das Volk zusammen - und ihr habt ein Fest." (Jean Jacques Rousseau)
 
05
"Die tiefsten Probleme des modernen Lebens quellen aus dem Anspruch des Individuums, die Selbstständigkeit und Eigenart seines Daseins gegen die Übermächte der Gesellschaft, des geschichtlich Ererbten, der äußerlichen Kultur und Technik des Lebens zu bewahren - die letzterreichte Umgestaltung des Kampfes mit der Natur, den der primitive Mensch um seine leibliche Existenz zu führen hat." (Georg Simmel, Die Großstädte und das Geistesleben)
 
04
"Man muss sich zu einer Ausdrucksweise hindurchringen!" (Ludwig Wittgenstein, Bemerkungen zur philosophischen Grammatik 107)
 
03
"Wer auf der Leute Gerede etwas gäbe, habe nicht viel, wovon er sich erfreuen könnte." (Archilochos)
 
02
"Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden" (Buch der Psalmen, Psalm 90,12)
 
01
"Wir können alles machen, was nicht gegen die Welt geht." (Ernst von Glaserfeld)
 
 
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