|
52
|
"Kann eine Kultur humane Wertvorstellungen bewahren und neue hervorbringen, wenn sie zulässt, daß die moderne Technik den denkbar größten Einfluß auf ihr Schicksal gewinnt?" (Neil Postman, Das Verschwinden der Knidheit, S.163) |
|
51
|
"Er bestand zu gleicher Zeit aus allen Künstlern, die er studiert und aus allen Büchern, die er gelesen hatte, und blieb dennoch, trotz dieser komödiantenhaften Fähigkeit, von Grund auf er selbst." (Charles Baudelaire, La Fanfarlo) |
|
50
|
"Originalität ist wie Monokausalität ein Konzept für Leute von damals; sie hat unser Lächeln so ehrlich verdient wie die reine Wahrheit, die die Ehrlichen von gestern heute noch sagen wollen." (Sloterdeijk, Peter, Im Weltinnenraum des Kapitals, S.297f) |
|
49
|
"Man ist der Meinung, die Welt brauche eine Republik, und man ist der Meinung, eine neue Gesellschaftsordnung und eine neue Religion zu brauchen; niemand aber denkt daran, dass es ein Sokrates ist, was diese gerade durch viel Wissen verwirrte Welt ja wohl braucht." (Kierkegaard, Sören, Die Krankheit zum Tode, S.105) |
|
48
|
"Der Mammon der Erde und der Gott des Himmels fordern beide genau denselben Grad der - Selbstverleugnung." (Max Stirner, Der Einzige und sein Eigentum) |
|
47
|
"Erwartungsunsicherheit ist viel unerträglicher als das Erleben von Überraschungen und Enttäuschungen." (Luhmann, Niklas, Das Recht der Gesellschaft, S.151f) |
|
46
|
"Bis heute weiß niemand, was die "menschliche Natur" wirklich ist. Wir wissen es nicht, weil unsere "Natur" untrennbar ist von der Kultur;" (Octavio Paz) |
|
45
|
"Allgemeingültigkeit ist immer der Fehlschluss von sich auf andere." (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes) |
|
44
|
"Die Tragik der Zivilisation aber ist, dass alle relevanten Entscheidungen bereits getroffen sind." (Gotthard Günther, Dieser Substanzverlust des Menschen) |
|
43
|
"... nicht die Lüge, sondern die Wahrheit tötet die Hoffnung, ... " (Jerzy Andrzejewski, Die Pforten des Paradieses, S.120) |
|
42
|
"Denn Individualisierung bedeutet gleichermaßen Erhöhung des subjektiven Freiheitsspielraums und vollkommene Marktabhängigkeit, Subjektivierung und Standardisierung des Ausdrucksverhaltens, gesteigerte Selbstreflexivität und überwältigende Außenkontrolle." (Helmuth Berking, Die neuen Protestbewegungen als zivilisatorische Instanz im Modernisierungsprozess) |
|
41
|
"Das Erkennen ist das genaue Darstellen dessen, was sich außer unserem Bewusstsein befindet;" (Richard Rorty, Der Spiegel der Natur, S.13) |
|
40
|
"Eine Art von gleichmäßigem Intensitäts-Plateau hat den Höhepunkt ersetzt, ob im Krieg oder beim Orgasmus." (Gilles Deleuze/ Félix Guattari, Tausend Plateaus, S.37) |
|
39
|
"Ehrgeiz ist wohl der am besten verhüllte Auswuchs des Gehorsams." (Arno Grün, Der Fremde in uns) |
|
38
|
"Es ist das Grundproblem der Epochenschwelle, der Möglichkeit des Aufbruchs zu neuen Wahrheiten: das Ungenügen der alten bemerkbar zu machen." (Hans Blumenberg, Das Universum eines Ketzers, in: Bruno Giordano, Das Aschermittwochsmahl) |
|
37
|
"Die Logik des kontrollierten Risikos hat sich als weitaus kostengünstiger und praktikabler erwiesen als die der metaphysischen Letztbegründung." (Sloterdijk, Peter, Im Weltinnenraum des Kapitalismus, S.149) |
|
36
|
"Eine Stille kam auf, wie sie selbst in diesem Jahrhundert noch möglich war, aber nur im Alleinsein." (Peter Handke, Noch einmal für Thukhydides) |
|
35
|
"Der Geistige, der die Überzeugung gewinnt, handeln zu müssen, steht sofort vor dem politischen Mord, - ..." (Thomas Mann, Betrachtungen eines Unpolitischen) |
|
34
|
"Alle Menschen seh ich leben …/ Ruh ist Göttern nur gegeben/ Ihnen ziemt der Überfluß/ Doch für uns ist Handeln Leben …" (Novalis, aus: Alle Menschen seh ich leben) |
|
33
|
"Bildung ist, was übrigbleibt, wenn man alles vergessen hat." (Herriot, Edouard zit. n. Blumenberg, Hans, Begriff in Geschichten, S.24) |
|
32
|
"Man fragte den Großvater nie etwas, er war nicht weise geworden. Aber alt war er geworden." (Peter Bichsel, Stockwerke) |
|
31
|
"Das Menschenleben ist wie das Eisen. Wird es gebraucht, nutzt es sich ab. Wird es nicht gebraucht, so rostet es." (Marcus Porcius Cato, Carmen de moribus) |
|
30
|
"Es ist kein Kunststück aus jeder Masse Eliten zu züchten. Wohl aber ist es eins, die Verblödung in der Breitenausdehnung zu begrenzen." (Botho Strauß, Die Fehler des Kopisten, S.80) |
|
29
|
"Der Mensch will sich selbst feiern. Er sucht in einer anonymen, globalen Gesellschaft das rauschhafte Erlebnis mit einer großen Zahl Gleichgesinnter, ...." (Hans-Jürgen Schulke, SZ vom 10.07.2006) |
|
28
|
"Ich fürchte, dass die »gesunde Gesellschaft« eine Utopie ist;" (Octavio Paz, Verbindungen - Trennungen, S.18) |
|
27
|
"Ohne Referent sind wir nur Blinde. Wir leben nur von Beziehungen." (Michel Serres, Der Parasit, S.360) |
|
26
|
"Man hat nie Gelegenheit, sie zu sagen, die Wahrheit, außer wenn man sie erfindet." (Luigi Pirandello, Die Riesen vom Berge) |
|
25
|
"Der Fortschritt ist ein sehr viel praktischeres kulturelles Modell als etwa Gott oder der Herrscher, und doch wird alles, mit dem er in Berührung kommt, sakral." (Touraine, Alain, Was nützt die Soziologie, 1976) |
|
24
|
"Ohne Vergessen ist man nur Papagei." (Paul Vallery, Cahiers) |
|
23
|
"Was wird aus einer Stadt deren Existenzgrundlage verloren gegangen ist? Sie verfällt!" (Bob Dylan, im Fernsehportrait "No Direction Home") |
|
22
|
"... darf man nicht vergessen, welch zentrale Bedeutung die Begriffe individuelle Freiheit, Menschenwürde, und Fortschritt für die Menschen des materialistischen Zeitalters hatten. Der verschwommene, willkürliche Charakter dieser Begriffe sollte natürlich dazu führen, daß sie nicht die geringste soziale Wirkung hatten - ..." (Michel Houellebecq, Elementarteilchen) |
|
21
|
"Langeweile ist die physische Empfindung von Chaos." (Cees Nooteboom, Allerseelen) |
|
20
|
"Übrigens ist mir alles verhaßt, was mich bloß belehrt, ohne meine Tätigkeit zu vermehren oder unmittelbar zu beleben." (Goethe) |
|
19
|
"Es bleibt nichts übrig, als die Ereignisse zu deuten und zu versuchen, ihren weiteren Gang vorauszusehen." (Leo Trotzki, Tagebuch im Exil) |
|
18
|
"Das Leben wird kalt, gierig und geschwätzig durchgeführt - aber nur die Mehrheit lebt so." (Botho Strauß, Die Fehler des Kopisten) |
|
17
|
"Lesen ist jedenfalls eine Tätigkeit, die dem Schreiben den Vortritt lässt: sie ist entsagender, höflicher, intellektueller." (Jorge Luis Borges) |
|
15/16
|
"Das hoffnungsloseste Laster ist das der Unwissenheit, die alles zu wissen vermeint." (Albert Camus, Die Pest) |
|
14
|
"Die Motive, die Konformität erzeugen, sind Angst und Hoffnung." (Heinrich Popitz, Phänomene der Macht) |
|
13
|
"Das Neue entsteht nie durch eine einfache Interpolation in das Bestehende." (Michel Houellebecq, Elementarteilchen) |
|
12
|
"Ja, die "fixe Idee", das ist das wahrhaft Heilige!" (Max Stirner, Der Einzige und sein Eigentum) |
|
11
|
"Wir stecken immer schon mittendrin in Erfahrungen, bevor wir zu erklären oder zu fragen beginnen." (Humberto Maturana, "Was ist erkennen?", S.163) |
|
10
|
"Wenn die Kausalreihen zwischen einer Tat hier und ihrer Wirkung als Untat dort kurz sind, sprechen wir von Schuld; sind sie etwas länger, ist von Tragik die Rede; Schuld und Tragik können, bei noch längeren Verursachungsketten, sich zu bloßem Unbehagen verdünnen." (Rüdiger Safranski, Nietzsche) |
|
09
|
"Die moderne Gesellschaft steht in einem radikalen Verhältnis der Diskontinuität zu allen früheren Gesellschaftsformen, dass ihr noch keine adäquate Selbstbeschreibung gelungen ist." (Niklas Luhmann, Die Tücke des Subjekts und die Frage nach den Menschen. S.47) |
|
08
|
"Die Masse, die die Sehnsucht leugnet, herrscht so real wie kein Machthaber vor ihr." (Botho Strauß, Die Fehler des Kopisten) |
|
07
|
"Das "Zuviel" (de trop) ist der Inbegriff des Ekels vor der an Überflüssigem erstickenden durchkapitalisierten Welt." (Ludger Lütkehaus, ZEIT, Nr.28, 07.07.05) |
|
06
|
"Im Schoß der Gleichheit vereinigt sich der Hass, den die Ungleichheit erzeugt hat." (Alexis de Toqueville, Über die Demokratie in Amerika) |
|
05
|
"Im Wohlleben liegt kein Glück und keinen Befriedigung; folglich ist es auch kein Unglück, dem Wohlleben entsagen zu müssen." (Philipp Mainländer, Vom Verwesen der Welt und anderen Restposten, S.78) |
|
04
|
"Die Dogmen beschäftigen die müßige Vernunft: das Handeln geht zuletzt unabhängig von ihnen seinen Gang, meistens nicht nach abstrakten, sondern nach unausgesprochenen Maximen, deren Ausdruck eben der ganze Mensch selbst ist." (Arthur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung) |
|
03
|
"Du hast eben Wehen, (...), weil du nicht leer, sondern schwanger bist." (Sokrates in: Platon, Theätet) |
|
02
|
"Das erstaunlichste Ding im Universum ist doch das menschliche Hirn. Also lasst es uns gebrauchen, denken wir uns etwas aus!" (Peter Greenaway, ZEIT Nr.1/29.12.2005) |
|
01/06
|
"Man müsste als Zuschauer seines eigenen Lebens leben, um ihm den Traum beizufügen, der es vollenden würde." (Albert Camus, Der erste Mensch) |